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Die Frühlings-Tagundnachtgleiche - Feuer- und Fruchtbarkeitsrituale


Die Frühlings-Tagundnachtgleiche - Feuer- und Fruchtbarkeitsritual - Scheibenschlagen - Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie

Am Sonntag, den 20.3.2022 um 16:33 Uhr MEZ beginnt astronomisch der Frühling. Die Sonne geht exakt im Osten auf und exakt im Westen unter. Tag und Nacht sind genau gleich lang. Das Licht und die Dunkelheit halten sich die Waage. Wir haben eine klassische Schwellensituation.


Im Alpenraum wird die jetzt wieder die Oberhand gewinnende Sonne mit zahlreichen Feuer- und Fruchtbarkeitsfesten begrüßt. Diese Feste begannen schon im Vorfrühling z.B. in der Region Bozen am sogenannten Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch. Reisig und Stroh wurde auf den Feldern aufgeschichtet und angezündet. Je höher die Flammen loderten umso höher wuchs im kommenden Sommer die Ähre am Feld. Nachdem das Feuer beinahe abgebrannt war, sprangen Jungen und Mädchen gemeinsam über die glühenden Reste. Ein Fruchtbarkeitsritual.


Ein weiteres sehr kraftvolles Feuerfest ist das „Scheibenschlagen“ im oberen Vinschgau in Südtirol, z.B. am Tartscher Bühel, welches ebenfalls am Funkensonntag stattfindet. Junge Burschen stecken Birkenscheiben mit einem Durchmesser von ca. 20 cm auf eine Haselrute und halten diese in ein Feuer. Wenn sie kräftig glühen, werden sie aus dem Feuer genommen und die Burschen drehen sich in einer schnellen Bewegung um die eigene Achse und schlagen die Scheiben an einem Holzpflock wuchtig ab. Die Scheiben fliegen in einem hohen Bogen über die Landschaft und zeichnen einen Lichtbogen in den Himmel. Ein Ritual, welches die kosmischen Naturvorgänge nachahmt, auf dass die Sonne, die seit der Wintersonnenwende immer höher steigt, allmählich auch den letzten Schnee verdränge.


Diese Feste werden meisten auf Anhöhen, Bergrücken und alten Höhenkultplätzen gefeiert.

Jetzt um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche erreichen diese Feste ihren Höhepunkt. Überall im Alpenraum werden riesige Haufen, Figuren und andere aus Stroh und Reisig gestaltete Objekte verbrannt. Diese Strohfiguren – oft rautenförmig - symbolisieren die „Stroh-Alte“, die den Winter und die dunkle Jahreszeit verkörpert. Durch das Verbrennen der Alten soll der Winter nun gänzlich vertrieben werden. Ein mystischer Vorgang, bei dem rituell die geheimnisvolle Mittwinterfrau, die Göttin in ihrem schwarzen Aspekt, zu einem schönen Frühlingsmädchen, verwandelt wird. Die Göttin wirkt ab jetzt in ihrem weißen Aspekt, lässt die Keime sprießen und bringt alles was kommen soll ans Licht.


Die Frühlings-Tagundnachtgleiche - Feuer- und Fruchtbarkeitsritual - Schlehe - Schwarzdorn - Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie

Symbolisch erkennen wir diese Verwandlung auch in der Pflanzenwelt und hier ganz besonders an der Schlehe bzw. dem Schwarzdorn. Der Schwarzdorn war der keltischen Winter- und Totengöttin geweiht. Jetzt um diese Zeit beginnt die Schlehe zu blühen – noch bevor sie ihre grünen Blätter bekommt. Sie zeigt sich in einer weißen Blütenpracht. Die Wintergöttin hüllt sich in ein prächtiges weißes Gewand. Sie wandelt sich aus sich selbst heraus zur Frühlingsgöttin.


Für die Bauern in Mitteleuropa begann jetzt das Bauernjahr („Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“) mit Flurumgängen zum Schutz und Segen der Äcker, Felder und der ganzen Gemeinschaft. Die ganze Sippe inklusive der Tiere begleitete die Umzüge. Sie sangen, machten Lärm und trugen Blumen, Radkreuze und Zweige, oft aus geschälten, der Frau Holle geweihten Holunderzweigen. Geschält deshalb, damit sich nichts Ungewolltes zwischen Holz und Rinde verstecken konnte.

Die Frühlings-Tagundnachtgleiche - Feuer- und Fruchtbarkeitsritual - Mühlespiel - Mühlebrett - Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie

Während der Tagundnachtgleichen, sowohl im Herbst wie jetzt im Frühling wurden verschiedene Brettspiele mit in schwarz und weiß gehaltenen Figuren gespielt. Vor allem beim Mühle Spiel ringen die helle und die dunkle Jahreszeit um die Oberhand. Diese Spiele dienten zum einen als Orakel, wie fruchtbar der kommende Sommer werden wird und zum anderen wurde dadurch rituell der ewige Zyklus geehrt. Ein ewiges hin und her. Einmal gewinnt Schwarz, einmal Weiß.


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