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Die Frühlingsgleiche, Feuer- und Fruchtbarkeitsfeste, der Hase im Mond


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Der weiße Hase auf dem Mond

Morgen Samstag, den 20.3.2021 um 10:37 Uhr MEZ beginnt das astronomische Frühjahr. Die Sonne geht exakt im Osten auf und exakt im Westen unter. Tag und Nacht sind genau gleich lang. Das Licht und die Dunkelheit halten sich die Waage.


Wir haben eine klassische Schwellensituation. Wir verabschieden uns von der dunklen Jahreszeit und begrüßen die Helle.


Im Alpenraum wird die nun wieder die Oberhand gewinnende Sonne mit zahlreichen Feuer- und Fruchtbarkeitsfesten begrüßt. Diese Feste begannen schon im Vorfrühling z.B. in der Region Bozen am sogenannten Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Aschermittwoch. Reisig und Stroh wurden auf den Feldern aufgetürmt und angezündet. Je höher die Flammen loderten umso höher wuchs die Ähre am Feld. Nachdem das Feuer beinahe abgebrannt war sprangen Junge und Mädchen gemeinsam über die glühenden Reste. Ein Fruchtbarkeitsritual.


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Scheibenschlagen Vinschgau

Ein weiteres sehr kraftvolles Feuerfest ist das „Scheibenschlagen“ im oberen Vinschgau in Südtirol am Tartscher Bühel, welches ebenfalls am Funkensonntag stattfindet. Junge Burschen stecken Birkenscheiben mit einem Durchmesser von ca. 20 cm auf eine Haselrute und halten diese in ein Feuer. Wenn sie kräftige glühen werden sie aus dem Feuer genommen und die Burschen drehen sich in einer schnellen Bewegung um die eigene Achse und schlagen die Scheiben an einem Holzpflock wuchtig ab. Die Scheiben fliegen in einem hohen Bogen über die Landschaft und zeichnen einen Lichtbogen in den Himmel. Ein Ritual welches die kosmischen Naturvorgänge, den Lauf der Sonne nachahmt, auf dass die Sonne, die seit der Wintersonnenwende immer höher steigt, allmählich den Schnee verdränge. Diese Feste werden meistens auf Anhöhen, Bergrücken und alten Höhenkultplätzen gefeiert.

Jetzt um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche erreichen dies Feste ihren Höhepunkt. Überall im Alpenraum werden riesige Haufen, Figuren und andere aus

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Die Strohalte

Stroh und Reisig gestaltete Objekte verbrannt. Diese Strohfiguren – oft Rautenförmig - symbolisieren die Strohalte, die den Winter darstellt. Durch das Verbrennen der Alten soll der Winter vertrieben werden. Ein mystischer Vorgang im Zuge dessen sich die geheimnisvolle Mittwinterfrau zu einem schönen Frühlingsmädchen verwandelt. Dieses Bild spiegelt sich auch in der Schlehe bzw. dem Schwarzdorn. Der Schwarzdorn war der keltischen Winter- und Totengöttin geweiht. Jetzt, um diese Zeit blüht, die Schlehe und zeigt sich in einer weißen Blütenpracht. Die Wintergöttin hüllt sich in ein prächtiges weißes Gewand. Sie wird zur Frühjahrsgöttin.



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Die Schlehe

Für die Bauern in Mitteleuropa begann rund um diese Zeit das Bauernjahr („Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt) mit Flurumgängen zum Schutz und Segen der Äcker und Felder. Die ganze Sippe, inklusive der Tiere, begleitete die Umzüge. Sie sangen, machten Lärm und trugen Blumen, Radkreuze und Zweige, oft aus geschälten, der Frau Holle geweihten Holunderzweigen. Geschält deshalb damit sich nichts Ungewolltes zwischen Holz und Rinde verstecken konnte.


Rund um Ostern, ursprünglich wurde das Osterfest am ersten Vollmond nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche gefeiert, spielen in unserer Kultur das Ei und der Osterhase eine wichtige Rolle. Der „Eierkult“ ist aber viel Älter als das christliche Osterfest. In vielen Schöpfungsmythologien schlüpft aus einem Ei das Universum. Das Ei ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol, genauso wie der Haase, unter anderem aufgrund seiner starken Vermehrungsrate aber auch aufgrund seiner Verbundenheit mit dem Mond. Im Mond wird in einer sogenannten Pareidolie (Schattenbild) ein Hase erkennbar.


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Mühle - Brettspiel

So wie während der Herbst-Tagundnachtgleiche wurden auch um die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche verschiedene Brettspiele mit in schwarz und weiß gehaltenen Figuren gespielt. Vor allem beim Mühle Spiel ringen die Helle und die Dunkle Jahreszeit um die Oberhand. Diese Spiele dienten auch zum Orakeln, etwa wie fruchtbar der kommende Sommer werden wird. Mit diesen Spielen wurde auch rituell der ewige Zyklus vom Sterben und Werden geehrt.

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