Fr., 16. Juli | Hemmaberg

Landschaftsgöttin Iovenas und ihre Heiligtümer am Georgiberg und am Hemmaberg

Geomantische Erlebnisexkursion: Der Hemmaberg und der Georgiberg waren zumindest ab 1500 vor unserer Zeitrechnung besiedelt. Römische Weihetafeln und Inschriften deuten auf die Verehrung der nur in diesem Gebiet bekannten Gottheit Iovenat/Iovenas hin.
Landschaftsgöttin Iovenas und ihre Heiligtümer am Georgiberg und am Hemmaberg

Zeit & Ort

16. Juli, 14:00 – 18:00
Hemmaberg, Hemmaberg, 9142, Österreich

Inhalte und Ablauf

Inhalte und Ablauf 

Im Rahmen der Erlebnisexkursion besuchen wir ganz besondere Orte auf ausgesuchten Plätzen.

Zu Beginn gibt uns eine kurze Einführung zum Ort, die Möglichkeit zur  individuellen Vorbereitung aber auch zur Vorbereitung in der Gruppe.  Während der Wanderung begleite ich euch mit passend zum Ort ausgewählten Aspekten der Geomantie. Wahrnehmungsübungen, Gaia-Touch-Übungen und  wenn es passt auch kleinere Rituale an gezielt dafür ausgesuchten Plätzen sind ebenfalls Teil der Wanderungen und helfen uns die  Verbindung mit den ursprünglichen Ortsqualitäten herzustellen und diese  zu erspüren.

Hemmaberg und Sommerlinde

Der Hemmaberg war zumindest ab 1500 vor unserer Zeitrechnung besiedelt. Römische Weihetafeln und Inschriften deuten auf die Verehrung der nur in diesem Gebiet bekannten Gottheit Iovenat (oder Iouenat) hin. Eine der Inschriften lautet: Iouenat / Aug(usto) / Attia Ing[e]/nua v(otum) s(olvit). (Dem Iouenat Augustus hat Attia Ingenua das Gelübde eingelöst.) In der Zeit der animistischen Naturbezogenheit wurden solche Gottheiten als Naturwesen und Schutzgeister für den Ort verehrt und mit Gaben bedacht. Heute erinnern noch die Landschaftsnamen an die alte Gottheit. So zum Beispiel im Namen Jaunberg und Jauntal.

Am höchsten Punkt des Hemmabergs, der heute einer Almwiese gleicht, steht die spätgotische Hemmakirche, die der heiligen Hemma und der heiligen Dorothea geweiht ist. Sie wurde im Zeitraum zwischen 1498 und 1519 erbaut und später gegen Westen hin erweitert.

Bei Ausgrabungen wurden fünf weitere Kirchen entdeckt wobei die Älteste um ca. 500 nach Christus erbaut wurde.

Interessant ist das Baptisterum, eine Taufstelle in der Form eines Oktogons gehalten. Im Zentrum des Oktogons befindet sich das Taufbecken mit Stiegen. Die zu taufende Person stieg bei der Zeremonie in das Wasser hinein. Das Oktogon ist die Verschränkung zweier Quadrate. Hier verbinden sich zwei Welten. So haben Taufbecken meist eine achteckige Form.

Am westlichen Ende der almartigen Wiese steht eine markante und riesige, mehrere hundert Jahre alte Sommerlinde, die sich nach oben hin in mehrere Stämme verzweigt.

Rosliagrotte und Jungfernsprung

Die Nordseite des Hemmaberges ist durch riesige Felsabstürze gekennzeichnet. Die Wände dieser Felsabstürze öffnen sich zu einer hohen Spalte die tief in den Berg hineinführt, der Rosaliagrotte. Symbolhaft könnte man von der Vulva der Mutter Erde sprechen. Man steht vor einer Quelle, die sich über zwei Holzrinnen in ein altes Steinbecken aus dem 15. Jahrhundert ergießt. Die eigentliche Quelle entspringt am inneren Ende der Grotte, wo heute eine kleine Holzkapelle mit einer liegenden steinernen Skulptur der heiligen Rosalia steht. Einen weiteren Zugang zur Grotte gibt es durch ein Loch von oben.

Eine Sage zur Rosaliagrotte besagt, dass einst ein von einem Burschen verfolgtes Mädchen durch das Loch in die Grotte sprang, um ihre Unschuld zu retten. Die heilige Rosalia fing sie auf und setzte sie sanft auf den Boden. Noch heute wird behauptet, dass jede reine Jungfrau, die diesen Sprung wagt von der heiligen Rosalia aufgefangen wird.

Solche Sprünge sind allgemein unter der Bezeichnung „Jungfernsprung“ bekannt. Zahlreiche Orte wurden danach benannt, wie z.B. der Jungfernsprung in Gösting bei Graz, und weisen auf hier stattgefundene „Opfersprünge“ hin.

In früherer Zeit waren solche Opfersprünge nichts Ungewöhnliches, war der Tod ja nichts Endgültiges (was er übrigens immer noch nicht ist). Das Leben nahm nur eine andere Daseinsform an. Man viel wieder in den Mutterschoß und wurde von der Schürze der großen Mutter aufgefangen. In der christlichen Zeit ist es die Mutter Maria, die ihren Schutzmantel ausbreitet (Schutzmantelmadonna) wie einst Frau Holle. Stellvertretend tun es auch viele andere heilige Frauen, wie eben hier die heilige Rosalia

Georgiberg

Der Georgiberg ist die östlichste Erhebung eines kleinen Bergrückens südöstlich des Klopeiner Sees, der früher auch St. Georg See hieß.

Die Kirche ist der letzte Überrest einer einstigen mittelalterlichen Burg am Georgiberg. Davon berichtet heute noch der Name der kleinen Siedlung Unterburg nördlich unterhalb des Georgiberges. Am Bergrücken zeugen archäologische Funde und reste einer Wallanlage von einer Besiedelung der Gegend bis weit zurück in die Bronzezeit und wahrscheinlich noch bis in die Jungsteinzeit zurück. Lag hier das geheimnisvolle Noreia, die Hauptstatt des Norikum?

Heute steht auf dem Georgiberg die Georgikirche, dem Heiligen Georg geweiht. Doch schon lange bevor alte Kultplätze zu ehren der großen Göttin wie mit Kirchen besetzt wurden, wurden diese in der Bronzezeit von den Kelten (hier im Gebiet waren es die Noriker) übernommen, es entstanden die Keltenschanzen. Auf die Kelten folgten die Germanen und die Römer und im Mittelalter schließlich wurden neben den christlichen Kapellen und Kirchen auch Zwingerburgen der weltlichen Herrscher über die Göttinen-Kultstätten gestülpt.

So wird es auch hier gewesen sein. Römische Weihesteine beschreiben eine keltische Landschafts-Gottheit Iovenat die hier in der Gegend verehrt wurde. Aus den Inschriften zu Iovenat geht das Geschlecht nicht hervor. Šašel Kos denkt eher an eine weibliche Gottheit (Iovenas), was auch besser zu den beiden alten, vorkeltischen Kultplätzen passen würde. So ist denkbar, dass sich die große Göttin hier als Landschaftsgöttin Iovenas manifestiert hat und an zahlreichen Kultplätzen wie dem Hemmaberg und dem Georgiberg verehrt wurden.

Organisatorisches

Dauer: Die Exkursion dauert mit Pausen ca. 4 Stunden. Die reine Gehzeit liegt bei ca. 45 Minuten.

Kleidung: Bitte trage Wetterangepasste Kleidung und feste, bequeme Schuhe.

Termin: Sonntag, 17.7.2021, 14:00 bis 18:00

Treffpunkt: Wir treffen uns am Parkplatz am Hemmaberg (Eine Anfahrtsbeschreibung kommt per Mail einige Tage vor der Exkursion)

Kosten: Euro 39,--

Leitung: Mag. Stephan Leiter

Weitere Infos zu den Orten in folgenen Blog Beiträgen:

Kultplatz Hemmaberg

Kultplatz Georgiberg

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  • Erlebnisexkursion Hemmaberg
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