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Die Wintersonnenwende

und über den ewigen Rhythmus allen Lebens

Die Wintersonnenwende - Raum und Mensch -. Schule für Geomantie und Radiästhesie
Die Wintersonnenwende

Unser Leben wird bestimmt von einem zyklischen Puls. Alles dehnt sich rhythmisch aus und zieht sich wieder zusammen. Auch wir Menschen sind eingebunden und werden getragen von diesem ewigen Rhythmus. Dieser Rhythmus erzählt eine sich zyklisch wiederholende Geschichte vom Werden und Vergehen. Alles wiederholt sich und ist trotzdem nie gleich. Aus dem scheinbaren Nichts heraus entsteht etwas oder alles, es dehnt sich aus, kommt vom Inneren ins Äußere ins große Sein, um sich unweigerlich wieder in sich zusammenzuziehen, um am Ende schicksalshaft im scheinbaren Nichts aufzugehen. Im großen, weiten und dunklen scheinbaren Nichts, dem Anfang und Ende von allem, darf es zur Ruhe kommen, sich verjüngen und erneuern, neue Lebenskraft schöpfen, um in einen neuen Zyklus zu gehen.


Im Jahreslauf sind wir jetzt tief in der dunklen Zeit angekommen. Zur Sommersonnenwende war die Ausdehnung am Höhepunkt. Alles war im Äußeren. Alles strahlt in voller Pracht und lenkt unsere Aufmerksamkeit nach außen, ins Äußere. Es ist die Zeit des Seins. Und doch dreht sich das Jahresrad unabwendbar weiter.  Unmerklich zunächst beginnt der Prozesse des Rückzugs, des Zusammenziehens. Es wird ruhiger, die Farben weniger leuchtend, aus Blüten werden Früchte, es ist die Zeit der Fülle und Überfülle. Zur Herbsttagundnachtgleiche ist alles im Gleichgewicht. Hell und Dunkel halten sich die Waage. Es ist eine Zeit der Ausgeglichenheit, der Balance. Erst ab jetzt erkennen wir merklich den sich beschleunigenden Prozess des Vergehens. Die Blätter fallen, die Sonne zieht ihre Bahn viel tiefer über den Himmel, die Tage werden schneller kürzer, die Farben sind gedeckt und unsere Aufmerksamkeit geht zunehmend nach innen. Eine große Ruhe breitet sich aus. Auch wir dürfen uns ausruhen, und Rückschau halten. Wir schöpfen neue Kraft, um mit der Wintersonnenwende und der Wiederkehr des Lichts in einen neuen Zyklus hineinzugehen, um uns mit neuer Kraft auszudehnen, hinein in die vielen neuen Abenteuer, die wir aus den Schicksalsfaden, der uns für den kommenden Zyklus zugeteilt wurde, weben dürfen.


Die Rückkehr der Göttin zur Wintersonnenwende

Was hält der neue Zyklus bereit? Was ist in den Schicksalsfaden hineingesponnen? Diese Fragen beschäftigen die Menschen seit Anbeginn ihrer Zeit. Mythologisch erkannten die Menschen in der Mutter Erde jene Göttin, die das Schicksal aller bestimmte und das große Jahresrad immer weiterdrehte. Sie zeigte sich entlang des Jahres in ihren verschiedenen Aspekten. In der dunklen Zeit zeigt sie sich in ihrem schwarzen Aspekt. Sie schneidet den Schicksalsfaden ab und holt alles und jeden zu sich zurück, um zu verjüngen und neue Kraft zu schenken. Zur Wintersonnenwende kehrt sie verjüngt als Mädchengöttin in ihrem weißen Aspekt wieder und hält das Schicksal in ihren Händen.


Von dieser Rückkehr erzählen uns viele Märchen, wie auch das Märchen über Frau Perchta und die Heimchen im Saaletal:


Die Rückkehr der Göttin in ihrem weißen Aspekt - Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Die Rückkehr der Göttin in ihrem weißen Aspekt

"In dem fruchtbaren Saaletal zwischen Bucha und Wilhelmsdorf hatte Perchta, die Königin der Heimchen, ihren Wohnsitz aufgeschlagen, und ihre unsichtbare Nähe verbreitete Glück, Gedeihen und Frohsinn über die ganze Flur. Mit den Heimchen waren die Bewohner des Tals so gut befreundet, daß sie bei ihren Feldarbeiten an den Spielen und Neckereien der Kleinen, an ihrem plötzlichen Erscheinen und Verschwinden ihre Freude hatten.


So lebten die Leute lange Zeit ein glückliches, frohes Leben. Einmal aber entstand ein Zwist zwischen den Menschen und Perchta. Das hatte folgenden Grund : Vor langer Zeit kam ein ergrauter Mann aus der Fremde und warnte die Leute, man dürfe der Perchta nicht trauen. Die Kleinen, über die sie herrsche, seien kleine Menschenkinder, die vor der Taufe gestorben und dadurch der Perchta verfallen seien. Einmal im Jahr, in der Nacht vor dem heiligen Dreikönigsfest, sei ihr die Macht gegeben, ihre Tücken an den Menschen auszuüben. Durch solche Reden wurden die Menschen mißtrauisch und begannen Frau Perchta mit ihren Heimchen zu fürchten; man mied sie ängstlich und schloß die Kinder in die Wohnungen ein.


Am nächsten Perchtenabend wurde der Fährmann aus dem Dorfe noch spät in der Nacht zur Überfahrt bestellt, es war um die zwölfte Stunde. Als er zum Saaleufer kam, sah er eine stattliche Frau, umgeben von einer großen Schar weinender Kinder. Erschrocken dachte der Mann daran, daß Perchtenzeit sei, und wollte in seine Wohnung zurückeilen. Aber die Frau forderte drohend die Überfahrt über den Fluß. Sie trat in das Fahrzeug, die Kleinen folgten und schleppten einen Pflug und eine Menge anderen Gerätes in den Kahn hinein. Dabei klagten sie laut, daß sie jetzt die schöne Gegend verlassen müßten.


Der Schiffer stieß ab, und als Perchta am anderen Ufer angelangt war, gebot sie ihm, nochmals zu fahren und die zurückgebliebenen Heimchen vollzählig herüberzuholen. Auch das geschah. Unterdessen hatte Perchta am Pfluge geschnitzt, deutete auf die Späne und sprach zum Fährmann: "Da nimm, das sei der Lohn für deine Mühe!"


Mürrisch steckte der Mann ein paar von den Spänen ein, warf sie zu Hause auf das Fensterbrett und legte sich ins Bett. Am nächsten Morgen lagen drei Goldstücke an dem Platz, wohin er die Späne gelegt hatte. Am ganzen Saaleufer fand der brave Fuhrmann keinen der Holzspäne mehr, so eifrig er auch gleich danach suchte."


Das bereits patriarchal verfärbte Märchen erzählt von der Rückkehr der Göttin in ihrem weißen Aspekt, die im Märchen ihre ursprünglichen Namen Perchta behalten durfte. Die kleinen Kinder stehen symbolhaft für die Vegetation, die mit der Wintersonnenwende wieder auf die Erde zurückkehrt, aber auch für die Kinderseelen, die aus der jenseitigen Welt verjüngt zurückkehren und durch eine Frau mit Kinderwunsch wiedergeboren werden.


Auch lange nachdem die neuen patriarchalen Herrscherschichten ihre Götter erschufen und mit ihnen die große dreigestaltige Göttin abzulösen versuchten, hielt sich die dreigestaltige Göttin in verschiedenen Formen. Nun waren es die Schicksalsfrauen, die den Schicksalsfaden spinnen, zuteilten und wieder abschneiden. Bei den Griechen waren es die drei Moiren, bei den Römern die drei Parzen, bei den Kelten die Matronen, in der nordischen Mythologie die Nornen und noch im tiefen Mittelalter waren sie im Alpenraum als die Saligen oder die drei Bethen bekannt.


Die Wintersonnenwende und die Rauhnächte

Jetzt, zur Wintersonnenwende und den kommenden Tagen, die wir heute als Rauhnächte kennen, wenn die Göttin verjüngt in ihrem weißen Aspekt und mit dem Schicksalsfaden in der Hand wiederkehrt, wurde seit jeher orakelt und die Göttin um Schutz und Segen gebeten. Der Keim für den neuen Zyklus ist bereits gelegt aber niemanden, außer der große Schicksalsgöttin, ist bekannt, was daraus entstehen wird.


Über Orakelrituale vermittelt die Schicksalsgöttin den Menschen etwa, welches Getreide im kommenden Jahr die beste Ernte bringen wird. Mit den zur Sommersonnenwende und während des Frauendreisigers gesammelten und getrockneten Pflanzen und Kräutern wurde und wird geräuchert, um von der Göttin und den Schicksalsfrauen Schutz, Segen, Fruchtbarkeit und Fülle für Haus und Hof für den kommenden Jahreslauf zu erbitten.


Nachdem wir uns ausgeruht, Innen- und Rückschau gehalten haben, können wir uns jetzt, mit der Wintersonnenwende, wieder langsam und behutsam in das Äußere hinein ausdehnen, hinhören und uns tragen lassen vom aufkommenden, neuen Rhythmus des Werdens.


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