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Heilige Hügel, Sichtlinien und Kultwege

Aktualisiert: 7. Mai 2021

Vom Entdecken heiliger Stätten


Wenn wir mit offenem Auge, ausschweifenden Blick und offenem Herzen durch die Landschaft ziehen, können wir weibliche Landschaftszüge – sogenannte Busenberge und Schoßtäler – entdecken. Wenn wir unsern Blick erweitern und beobachten in welchen Landschaftsraum diese eingebettet sind, erahnen wir vielleicht mit welch ganzheitlichen Blick die frühen Bewohner des Alpenraums diese Landschaft betrachteten und eine tiefe Symbolik in der Landschaft erkannten.


Peilstein | heilige Hügel | Blog | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Weibliche Landschaftszüge am Peilstein im Triestingtal

Die frühen Bewohner waren die jungsteinzeitlichen Menschen, die ersten dauerhaften Siedler*innen unserer Erde, die vor etwa 5.000 Jahren begannen den Alpenraum zu Besiedeln. Sie lebten in einer matriarchalen Gesellschaftsstruktur und ihre Naturreligionen waren animistisch geprägt. Sie verehrten die Erde als ein göttliches Wesen, als eine Urgöttin, worauf unser heutiger Ausdruck „Mutter Erde“ noch hinweist. Die andere Urgöttin war der Kosmos. Sie beobachteten ihr Göttinnen, sie sahen sie menschenähnlich in der Landschaft, versuchten ihre Symbolik tiefer zu verstehen und errichteten die eigenen kulturellen Schöpfungen ihrem Vorbild entsprechend. In Gestalt von Hügeln und Erdwällen formten sie die Landschaftsgöttin nach und verbanden diese Wohn- und Kultplätze untereinander. Damals gab es noch keine Unterscheidung zwischen sakralen und profanen Orten. Sie lebten dort wo sich ihnen die Urgöttin zeigte. Heilige Ort und Wohnorte waren identisch.


Wenn wir nun solche Hügel in der Landschaft entdecken, sehen wir häufig Kirchen oder mehr oder weniger verfallene Burgen, die diese Orte besetzen. Bei Kirchen stellen wir uns die Frage, weshalb diese fernab der Dörfer auf schwer zu erreichenden Hügeln errichtet wurden und nicht bei den Gläubigen im Dorf. Bei Burgen kann die strategische Lage mit dem guten Überblick als Erklärung dienen. Aus alten Kultplätzen für die große Urgöttin wurden mit den frühpatriarchalen Kelten die Keltenschanzen, mit den Germanen germanische strategische Plätze, die Römer platzierten schließlich ihre Kastelle auf solchen strategisch günstigen Plätzen. Im Mittelalter schließlich wurde dies alten Kultplätze mit Burgen der weltlichen Herrscher überbaut oder durch Kapellen, Kirchen oder Klöster der geistlichen Herrscher, denn jetzt wurden alle vorangegangenen Kulturen als „heidnisch“ abgetan.


Peilstein | heilige Hügel | Blog | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie

Wenn sich uns eine Landschaft offenbart hat, können wir von einem der Hügel den Horizont beobachten. Oft erscheint er als „abgesenkt“ und gleichmäßig eben. Der Blick kann in einem weiten Bogen über die Landschaft schweifen, von Osten über Süden nach Westen. Von solchen heiligen Hügeln aus konnten die jungsteinzeitlichen Menschen ihre kosmische Göttin beobachten und anhand des Laufs der Gestirne ihren Kalender bestimmen. Manchmal findet man noch Peilsteine zur genauen Anpeilung der Gestirne. Solche Peilsteine oder Steinkreise waren gleichzeitig ein Tempel, ein Heiligtum.


Von solch heiligen Hügeln aus können wir jetzt die Sichtlinien überprüfen. Vor allem die die Süd-Nord und die Ost-West Linien und die Zwischenhimmelsrichtungen sind von Bedeutung. Sie zeigen auf die Auf- und Untergangspunkte der Sonne zu Beginn der vier Jahreszeiten.


Jetzt ist es interessant festzustellen, was auf den identifizierten Sichtlinien zu liegen kommt. Eine markante Erhebung oder Einkerbung am Horizont vielleicht? Liegen auf dieser Sichtachse weitere markante Hügel mit Kapelle, Kirchen oder Burgen? Reihen sich diese fast wie an einer Schnur gezogen auf? Dann kann es sich um einen alten Kultweg handeln. Denn auf jedem dieser Hügel wurde eine Peilstein gesetzt, oder es erfolgte ein sonstige Steinsetzung zur Beobachtung der Gestirne und wurde somit zu einem Kultplatz zu Ehren der kosmischen Göttin. Diese Kultplätze wurden durch Wege verbunden die beinahe schnurgerade durch die Landschaft, von Hügel zu Hügel verlaufen. Diese Wege waren Handelswege und Pilgerwege zugleich, die von einer heiligen Stätte zur nächsten verliefen.



Wenn du tiefer in die Thematik der heiligen Stätten und Kraftorte eintauchen möchtest, empfehle ich dir die Seminare Orte der Kraft - Die Qualitäten eines Ortes erkennen und nutzen bzw. Geomantie in der Landschaft.

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