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Die Herbst-Tagundnachtgleiche, Modron und Mabon, das sechste große Jahreskreisfest

Aktualisiert: 20. Sept. 2021

Der ewige Zyklus vom Werden und Vergehen

Das achtspeichige Jahresrad der großen Göttin beschreibt den großen und ewigen Zyklus vom Werden und Vergehen. Pflanzen keimen, sprießen, wachsen, gedeihen, blühen, versamen sich und vergehen im Rhythmus des jährlichen Sonnenlaufs. Auch alle Menschen und Tiere folgen diesem Rhythmus. Wir winden uns aus dem finsteren Schoß der Mutter ans Licht, ähnlich der Göttin in ihrem weißen Aspekt, die zur Wintersonnenwende auf die Erde zurückkommt. Unsere Jugend ist der Frühling, die Lebensmitte der Fülle entspricht dem Sommer, Reife, Weisheit und Ernte der Lebensfrüchte spiegeln den Herbst und der Winter führt uns zurück in den Schoß der großen Mutter, in das Jenseitsparadies, das Apfelland, das Avalon, wo es reich an allen Dingen - bis zum Überfluss - ist. Dort wirkt die Göttin in ihrem schwarzen Aspekt. Ihre magischen Kräfte der Transformation verjüngen die Ahnenseelen damit sie als Kinderseelen wiedergeboren werden können.


Dieser ewige Zyklus war für die Menschen so selbstverständlich, dass es noch bei den Kelten üblich war sich Geld zu borgen und ein Zahlungsziel im nächsten Leben zu vereinbaren.

Jahresrad | Raum und Mensch | Mabon | Herbst-Tagundnachtgleiche
Achtspeichiges Jahresrad

Modron und Mabon

Bei den Kelten war die Herbst-Tagundnachtgleiche dem göttlichen Kind Mabon, dem Sohn der walisischen Muttergöttin Modron, der Göttin der Übergänge geweiht. Das Fest galt aber auch und vor allem seiner Mutter in ihrer Funktion als Erntegöttin.

In den Mythen war Mabon drei Tage alt, als er seiner Mutter Modron gestohlen wurde. Er wurde von Modron selbst in der Anderswelt, dem Schoß der großen Göttin, unter den magischen Tieren Eule, Hirsch und Amsel wiedergefunden.


Symbolisch stieg er in die Anderswelt hinab, um die glückliche Jenseitsreise anzutreten und wiedergeboren zu werden.


Leben und Brauchtum

Jetzt, um die Zeit der Herbsttagundnachtgleiche gehen die Erntefeste weiter, die zu Lammas im August mit der Getreideernte begonnen haben. Jetzt ist die Zeit der Weinlese, der Apfelernte, generell der Obsternte. Mit der christlichen Missionierung wurden aus diesen vorchristlichen Erntefesten die Michaels- oder Kirmesfeste (das bekannteste ist sicher das Münchner Oktoberfest). Die Herbst-Tagundnachtgleiche war aber auch ein wichtiger Lostag für die Aussaat. Die Aussaat des Wintergetreides muss jetzt erfolgen und bis Michaeli abgeschlossen sein.


Mancherorts wird die Michalesgans geschlachtet. Die Herbstzeitlose blüht jetzt auf den abgeernteten bzw. abgeweideten Wiesen. Sie wird auch die Michaelsblume oder Kiltblume (chilt – ein altes Wort für Nacht) genannt. Der Name weist auf die nun kommende dunkle Jahreszeit hin.


Das Leben der Menschen richtet sich ab jetzt mehr und mehr nach innen. Feldarbeit und Ernte werden abgeschlossen. Schafe, Ziegen und das Rind kommen von den Almen zurück in den Stall, die Schweine werden ein letztes Mal in den Wald getrieben, um sie mit Eicheln und Buchäckern zu mästen. Jetzt beginnt die Arbeit im Haus. Es beginnt die Zeit des Dreschens, des Mahlens, des Spinnens und Webens.


Mythologie, Magie und Rituale

Im flachen Sonnenlichte der Herbstsonne glänzen die feinen Spinnfäden vom Spinnrad der Frau Holle, die bereits mit dem Spinnen der Schicksalsfäden begonnen hat, die sie während der Rauhnächte von neuem zuteilt. Der Abend des Tages, die Nacht des Jahres bricht an. Es sind die letzten Wochen der Göttin in ihrem roten Aspekt, bevor endgültig die Zeit der Göttin in ihrem schwarzen Aspekt, der Herrin der Anderswelt beginnt.

Das mythologische Weltbild unserer Ahninnen und Ahnen bestand aus einer innigen Verwobenheit der irdischen und kosmischen Kräfte, Erscheinungen und Wesen. Auch der Mensch war Teil dieser Verwobenheit. Die Feste entlang des Jahres wurden von der ganzen Gemeinschaft gefeiert. Die Rituale waren ein symbolischer und empathischer Dialog mit der Göttin. Mit ritualmagischen Handlungen – je nach Jahreskreisfest unterschiedlich in Symbolik, Handlung und Ablauf - festigten die Menschen immer wieder von neuem ihre tiefe Verbundenheit mit den gegebenen Lebensgesetzen, dem ewigen Zyklus vom Werden und Vergehen, dem Wirken der Göttin Mutter Erde insgesamt Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist, wie die anderen sieben Feste entlang des Jahresrades der Göttin auch, eine Schwellenzeit. Übergangsriten erleichterten und unterstützten die großen Kräfte in ihrem Wirken zu diesen besonderen Zeitpunkten, damit dieses leichter gelingen möge.

Mühlebrett in Felsritzungen | Raum und Mensch | Mabon | Herbst-Tagundnachtgleiche
Mühlebrett in Felsritzungen

Ein solches Übergangsritual, wir kennen es sicher alle, sind die Brettspiele mit ihren schwarzen und weißen Steinen. Das Mühespiel sticht hier besonders hervor. Das Spielbrett des Mühlespiels finden wird schon in steinzeitlichen Felsritzungen.


Die weißen Steine stehen für die Helle Jahreszeit die dunklen Steine für die dunkle Jahreszeit. Zur Schwellenzeit der Tagundnachtgleichen „kämpfen“ beim Mühlespiel die Helle und die Dunkle Zeit um die Oberhand. Hat eine Spieler eine Mühle geschafft (drei Steine in einer Reihe – die dreifache Göttin) darf er vom gegnerischen Spieler einen Stein nehmen. Auch mit dem Ritual des Mühlespiels unterstützen die Menschen das Wirken der großen Kräfte.



Mühlebrett in Felsritzungen | Raum und Mensch | Mabon | Herbst-Tagundnachtgleiche
Mühle - Brettspiel

Hier noch ein Ritualvorschlag für deine persönliche Herbst-Tagundnachtgleiche:

  • Konstruiere einen Kreis (z.B. aus Kreide, mit einem Seil oder mit Steinen) in dessen Hälfte du bequem stehen oder sitzen kannst.

  • Teile den Kreis in zwei Hälften. Die eine Hälfte steht symbolisch für das Helle, das Licht, das Tagesbewusstsein. Die andere Hälfte für das Dunkel, den Schatten, dein Unbewusstes. Du kannst die beiden Hälften entsprechend gestalten. Du kannst sie z.B. mit einem weißen und einem schwarzen Tuch auslegen.

  • Nun begibst du dich bewusst und achtsam in die dunkle Hälfte des Kreises.

  • Versinke im Reich der Stille! Sobald du ganz bei dir angekommen bist, beobachte, ob sich etwas in dir bemerkbar macht. Dieses Etwas möchte sichtbar werden.

  • Wenn es klar und präsent ist, begibst du dich von der dunklen Seite in die Helle Seite des Kreises. Du bringst symbolisch dieses Etwas von deinem Unbewussten in dein Tagesbewusstsein, du machst es Sichtbar. Um diesen Vorgang zu verstärken, kannst du für das was Sichtbar werden möchte im hellen Bereich eine Kerze entzünden.

  • Nun begibt dich wieder mit deiner Aufmerksamkeit in deine Mitte. Fokussiere dich auf das was Sichtbar werden möchte. Jetzt beobachte, welcher Gegenstand, welches Objekt sich zeigt, der für das steht das Sichtbar werden möchte. Vielleicht ein Stein, ein Baum, ein Haus, ein Fluss, ein Feuer….

  • Beende das kleine Ritual mit Dankbarkeit und steige bewusst aus dem Kreis heraus

  • Jetzt finde einen Gegenstand, der zu dem im Ritual erschienen Objekt passt. Dieser Gegenstand steht für das was in deinem Leben sichtbar werden möchte. Stelle es an einen Ort in deinem Haus, an dem er sichtbar ist. Immer wenn du ihn siehst, wirst du dich an dieses Etwas erinnern, das sichtbar werden möchte.

  • Wenn du das Gefühl hast, dieses Etwas ist endgültig bei dir angekommen, kannst du - wenn du möchtest und es sich richtig anfühlt - das Objekt auch wieder dankbar entfernen.


Du kannst das Ritual auch öfters wiederholen und beobachten ob mehrere Themen sichtbar werden möchten. Du kannst es aber auch „umgekehrt“ machen. Beobachte welche Themen sich in das Dunkle begeben möchten, um dort transformiert zu werden. Du kannst beim Übertritt von der hellen in die dunkle Seite des Kreises symbolisch eine brennende Kerze ausblasen.


Seminarvorschläge

Falls du tiefer in die Bedeutung und Wirksamkeit der Rituale eintauchen möchtest, empfehle ich dir folgende Seminare:





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