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Donau, Breg und Brigach – Uranfängliche Wassermütter und Schöpfergöttinen


Zusammenfluss von Breg und Brigach - Ursprung der Donau | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Zusammenfluss von Breg und Brigach - Ursprung der Donau

Die Donau ist, nach der Wolga, der zweitlängste Strom Europas. An die 2.850 km legt das Wasser auf seinem Weg von der Vereinigung der beiden Quellflüsse, Breg und Brigach, im Schwarzwald bis zur Mündung ins Schwarze Meer zurück. Die Donau fließt von West nach Ost


Von Ost nach West war sie für die jungsteinzeitlichen Menschen einer der wichtigsten Wasserwege, um aus dem östlichen Mittelmeerraum nach Südost- und Mitteleuropa zu gelangen. Entlang der Donau entwickelten sich matriarchale Hochkulturen. Sie kamen aus dem fruchtbaren Halbmond, wo die sogenannte neolithische Revolution stattfand und besiedelten von hier aus die Landschaften um die Donau herum. Die Lengyel-Kultur etwa ersetzt die Bandkeramik-Kultur und breitete sich ab 5.000 vor unserer Zeitrechnung immer weiter donauaufwärts, von der Slowakei über Österreich bis ins Bayern und ab 4.500 vor unserer Zeitrechnung in ganz Mitteleuropa über die anderen großen Wasserwege Oder, Elbe und Rhein, aus.


Die Menschen brachten über die Donau auch ihre Spiritualität, ihre kulturellen Errungenschaften, ihre Gesellschafts- und Sozialordnung, also ihr gesamtes mythologisches Weltbild mit.

Dieses war geprägt von einer großen Schöpfergöttin und Urmutter. Diese Göttin war die Erde selbst, die mit ihrer Schöpferkraft alles Leben - Pflanzen, Tiere und Menschen - aus ihrem Erdkörper hervorbrachte und ihre Erdenkinder mit den Gaben der Natur beschenkte und ernährte. Ihre große Göttin, Mutter Erde, war die großen Schenkerin (von Liebe und Leben) und die große Ernährerin.


Die Erde selbst war aber eine sehr große, beinahe unüberschaubare Göttin. So erkannten die frühen, dauerhaften Siedler in einem Stein, einem Felsen, einem See, einem Baum oder auch einem Fluss die Göttin – als Teil für das Ganze. Es war die Vielheit in der Einheit. Die vielen verschiedenen Mainifestationen waren die Heiligen Landschaften, die tausend Gesichter der Einen Göttin. Dort ließen sich die Menschen nieder, fühlten sich geborgen und geschützt – von ihrer mütterlichen Göttin.


Die Menschen die zur Jungsteinzeit aus dem fruchtbaren Halbmond, dem Mittelmeerraum heraus, weite Teile Europas besiedelten, brachten auch den bzw. die Namen für ihre Göttin mit. Einer der Namen für die Eine große Göttin war Dana, die große Mutter. Dana war die große Mutter der Dänen und auch namensgebend für ihr Land Dänemark. Auch die Danaer (die vor-indo-europäischen Pelasger), die Danaiden und die Danaiten (Phönizier) gehen auf die große Urmutter Dana zurück, genauso wie das geheimnisvolle irische Volk Tautha Dé Danan - das „Volk der Göttin Dana.“ In der prähellenistischen Mythologie war Danaë die große Göttin.


Auch viele Flüsse wurden ihr geweiht und bekamen ihren Namen. Der Dnjepr mit seinem alten Namen Danapris, der Dnjestr wurde einst Danastris genannt und auch die Donau wurde nach der großen Göttin der frühen dauerhaften Siedler benannt. Die Donau war die „Aue der Dana“, die Dana-Aue.

Die Dana-Aue mäandert einer Schlange gleich durch die Heilige Landschaft | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästehsie
Die Dana-Aue mäandert einer Schlange gleich durch die Heilige Landschaft - Asiano: CC BY-SA 4.0

Sie war eine archaische Wasser- und Schöpfergöttin in Gestalt einer weiblichen Schlange (Drachen), die durch die Auen mäandert und diese einmal jährlich überschwemmte und fruchtbar machte. So war sie nicht nur die Wassermutter, sondern gleichzeitig auch Erdmutter.

Brigach-Quelle mit Quellstein (Replik) | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Brigach-Quelle mit Quellstein (Replik)

Auch ihre beiden Quellflüsse, die Brigach und die Breg („Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“) tragen den Namen einer Göttin. Brigid war eine vorkeltische große Göttin und wurde später von Kelten als eine ihrer Hauptgottheiten in ihr Pantheon übernommen. Brigid, the Bright, die Strahlende, die Helle, die Leuchtende oder die Glänzende ist die Lichtbringerin, die die helle Zeit nach dem dunklen Winter zurückbringt. Brigid ist eine Frühlingsgöttin und steht für Anfang und Neubeginn. Ihr zu Ehren wurde das Fest Imbolc Anfang Februar gefeiert, welches mit der Christianisierung zu „Mariä Lichtmess“ wurde. 19 Priesterinnen hatte Brigid in Kildaere, die den Zyklus des keltischen „Großen Jahres“ repräsentierten. Alle knapp 19 Jahre fallen der lunare und der solare Zyklus zusammen.


Brigid, die Patronin der Quellflüsse Breg und Brigach war auch die Göttin des Grals. In ihrem Zauberkessel braute sie mit ihrem allumfassenden Wissen magische, Heilung schenkende Getränke. Der Gral, aus dem sie schöpfte, wurde schließlich zum Symbol der großen Göttin. Er steht für den lichtbringenden Geist und den Leben schenkenden Schoß der großen Göttin.


Die Brigach entspringt im Keller des Hirzbauernhofes im Obertal von Brigach. „Hirz“ leitet sich von Hirsch ab, es ist also der Hirschhof und hinter dem Hirschhof befindet sich der Hirschwald.

Die zauberhatf, zarte Brigach (Aue der Brigid) | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Die zauberhafte, zarte Brigach (Aue der Brigid)

An der Brigachquelle beim Hrizbauernhof wurde ein Quellstein gefunden, der die Quelle als Quellheiligtum ausweist. Der Originalstein steht heute im Museum des Verein für Heimatgeschichte e.V. St. Georgen in St. Georgen im Schwarzwald. Der Stein ist mit einem Rahmen eingefasst und zeigt im Zentrum einen Kopf auf einem Kandelaber. Links und rechts an den Rändern sind weitere zwei Köpfe zu erkennen. Zwischen den Köpfen befinden sich ein von links nach rechts laufender Hirsch, ein Hase, und darüber ein Vogel, eventuell eine Taube.


Quellstein der Brigach (Bild: Verein für Heimatgeschichte, St. Georgen im Schwarzwald)
Quellstein der Brigach (Bild: Verein für Heimatgeschichte, St. Georgen im Schwarzwald)

Die drei Köpfe zeigen die dreifache Göttin Brigid des großen keltischen Reiches der Brigantier und drei ihrer Symboltiere. Der Hirsch, der zyklisch im Februar sein Geweih abwirft, steht für Verjüngung, Anfang und Erneuerung. Zu Imbolc ritt die große vorkeltische und die keltische Brigid auf einem weißen Hirsch über die Länder und erweckte die Natur zu neuem Leben. Auch der Hase steht für Erneuerung und Fruchtbarkeit. Der Vogel, vor allem weiße Vögel bzw. weiße Tauben, sind ebenfalls Symboltiere der Himmelsgöttin und passen wie alle anderen Tiere wunderbar zum Quellheiligtum der Frühlingsgöttin Brigid.


Genau genommen zählt auch der Donaubach zu den Quellflüssen der Donau. Er entspringt an der sog. Donauquelle in Donaueschingen. Das Wasser wird von einer kreisrunden, gestalteten Anlage gefasst. Schon nach 100 Metern mündet der Donaubach in die Brigach.

Quellfassung der "Donauquelle" in Donaueschingen | Raum und Mensch - Schule für Geomantie und Radiästhesie
Quellfassung der "Donauquelle" in Donaueschingen


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