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Sonnenuhren und Landschaftskalender

Aktualisiert: 7. Mai 2021

Die Sonnenuhr der Sextner Dolomiten


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Die Sextner Sonnenuhr

Vor etwa 5.000 Jahren, während der Jungsteinzeit, begannen die Menschen den Alpenraum dauerhaft zu besiedeln. Mythen, Märchen und Sagen erzählen von einer matrifokalen Gesellschaftsstruktur, die hauptsächlich vom Ackerbau lebte. Klimatisch war diese Zeit von einer Warmzeit geprägt, die Baumgrenze lag etwa 400 bis 600 Meter höher als heute.


Eine von Ackerbau geprägte Gesellschaft benötigte einen Kalender, der die jahreszeitlichen Zyklen, den Rhythmus der Natur, bestimmen lässt. Saatkalender, Flutkalender (Nasse und trockene Perioden) Erntekalender sind nur einige Beispiele solcher Kalender. Die ersten Kalender entstanden durch die Beobachtung des Mondzyklus, der Sternbilder und später erweitert um den Sonnenzyklus. Eine Sippe, ein Clan, projizierte also einen Jahreszeitenkalender in die Landschaft, in der sie lebte. Von einem ganz bestimmten Standpunkt aus war das Ziffernblatt der Horizont und die Zeiger markante Erhebungen oder Einkerbungen auf diesem Horizont.


Sie beobachteten, dass die Sonne (das Licht) je nach Jahreszeit im Nordosten, genau im Osten oder im Südosten geboren wird und in den Nordwesten, genau in den Westen oder in den Südwesten hinein stirbt, dass der Mond etwa 18 Jahre braucht, bis er wieder im Osten an derselben Stelle am Horizont erscheint.

Diese Bewegungen bzw. Zyklen hielten sie in ihrem Landschaftskalender fest. So erhielten die Menschen eine hinreichende Zeitbestimmung. Fehlen solche markanten Punkte in der Landschaft, wurden sie durch Steinsetzungen ergänzt, oder durch Steinkreise überhaupt erst aufgebaut.


Wichtige markante Punkte waren der Sonnenaufgang und der Sonnenuntergang an den Wendepunkten zu Mittsommer und zu Mittwinter und den Tagundnachtgleichen im Frühling und Herbst. Diese Punkte zusammen ergeben das achtspeichige Jahresrad, das Rad des Lebens. In der damals matrifokalen und von einer Göttinnen-Mythologie geprägten Gesellschaft, wurden an den markanten Punkten Jahreskreisfeste zu Ehren der großen Göttin, der großen Ahnfrau gefeiert. Zyklische Rituale und Symbole, angepasst an den Zyklus der Natur, den Zeiten des Wachsens, des Reifens, der Wandlung und der Wiedergeburt zeugten von einer tiefen Verbundenheit mit ihrer Ahnin.

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Kultplatz Heidegg und der Meridian zum Zwölferkofel

Einen der bemerkenswertesten Landschaftskalender, heute bekannt durch seine Uhrenberge als Sextner Sonnenuhr, können wir in den Sextner Dolomiten finden. Von Südosten nach Südwesten sind es der Neunerkofel, das Zehnerköfele (links der Sextner Rotwand liegende Spitze), der Elferkofel, der Zwölferkofel und der Einserkofel.

Wo liegt nun der Bezugspunkt dieser Uhrenberge, vom dem aus der Landschaftskalender für die dort lebende Sippe erstellt wurde. Zur Wintersonnenwende fokussieren sich die Stundenlinien auf einer Kuppe südwestlich von Bad Moos in Sexten, die den bezeichnenden Namen Heidegg (Haideck) trägt. Die Linie vom Zwölferkogel über diese Kuppe bis nach Sexten liegt außerdem im Meridian. Am Heidegg wurden frühgeschichtliche Tonscherben gefunden, die auf einen Kultplatz hindeuten (zu diesen Zeiten gab es noch keine Trennung von Sakral und Profan), der auf die heiligen Zeiten- oder Kalenderberge ausgerichtet war.



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